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Die Zauberflöte – Wissenswertes, Fakten und Besonderheiten der Mozart-Oper
Die Zauberflöte – hier erfahren Opernfans Dinge, die sie noch nicht wussten! Wir geben auch ein paar interessante Einblicke aus einem Gespräch über die Zauberflöte mit dem berühmten Regisseur August Everding.
Die Zauberflöte – hier erfahren Opernfans Dinge, die sie noch nicht wussten! Wir geben auch ein paar interessante Einblicke aus einem Gespräch über die Zauberflöte mit dem berühmten Regisseur August Everding.
Welche Werte werden in "Die Zauberflöte" hervorgehoben?
Die Oper "Die Zauberflöte" feiert die freimaurerischen Werte Weisheit, Freundschaft und Aufopferung. Sarastros Priesterrunde ist sogar eine mystische Sekte, die sich der Brüderlichkeit verschrieben hat. Dieser Männerbund wirkt aus heutiger Sicht etwas veraltet.
Wann wurde die Oper "Die Zauberflöte" komponiert?
Die Entstehungsgeschichte von Mozarts letztem Bühnenwerk liegt weitgehend im Dunkeln. Mozarts Briefe von Anfang und Mitte Juni des Jahres 1791 an seine Frau Constanze sind die ersten Belege für die Arbeit an der Oper. Wahrscheinlich war die Partitur bis auf Ouvertüre und Priestermarsch im Juli 1791 fertig. Mozart hat sie zu dieser Zeit in "Das Verzeichniß aller meiner Werke" aufgenommen.
Wie wurde die Oper "Die Zauberflöte" vom Publikum aufgenommen?
Zunächst war der Erfolg der Oper "Die Zauberflöte" nur spärlich. Sie steigerte sich nach der Premiere am 30. September 1791 im Freihaustheater auf der Wieden und der auch vom Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart geleiteten zweiten Vorstellung am Tag nach der Premiere schnell. Allein im Oktober 1791 gab es zwanzig Vorstellungen, einige davon im Gegenwart Mozarts. Er hatte eine Vorstellung gemeinsam mit Salieri und mit der Sopranistin Caterina Cavalieri besucht und berichtete darüber seine Frau Constanze in einem Brief, der erhalten ist.
Die Beliebtheit der Zauberflöte hielt an und machte sie bis heute zur weltweit meistgespielten deutschen Oper, auch im deutschsprachigen Gebiet.
Was sagte der Regisseur August Everding über die Oper „Die Zauberflöte“?
Wir konnten August Everding nicht selbst treffen, haben aber ein interessantes Interview mit ihm in einem Programmheft der Berliner Staatsoper gelesen, aus dem wir hier einige Sätze wiedergeben.
August Everding (1928–1999) war einer der bedeutendsten deutschen Opern- und Theaterregisseure des 20. Jahrhunderts. Er leitete mehrere große Bühnen, darunter die Bayerische Staatsoper, und setzte sich stets für eine enge Verbindung von Tradition und moderner Interpretation ein. Bekannt für seine klare Personenführung, seine Liebe zum Detail und seine Fähigkeit, komplexe Werke wie die „Zauberflöte“ zugleich publikumsnah und tiefgründig zu inszenieren, prägte er über Jahrzehnte die Opernlandschaft im deutschsprachigen Raum.
Die Zauberflöte ist ein menschliches Stück
"Die Beschäftigung mit dem Werk führt oft zu dem Trugschluss, es handle sich hier um ein Ideendrama, ein Weihespiel, eine Einführung in die Freimaurerei oder in den Humanismus. Das Werk geht viel weiter, es viel komplexer und auch irdischer. Es ist ein menschliches Stück. (...) Doch in Wirklichkeit geht es um die Überwindung des großen Dualismus in unserer Welt, vertreten durch die Königin der Nacht und durch Sarastro, eine Überwindung durch die Kunst und Liebe, wofür die Zauberflöte das Symbol wird." - Interview mit August Everding im Programmheft von "Die Zauberflöte", Staatsoper unter den Linden, Berlin.
Wie tritt die Königin der Nacht in "Die Zauberflöte" auf?
Laut Everding ist der Auftritt der Königin der Nacht im ersten Teil der Oper "der größte Auftritt, der je für eine Diva erfunden wurde...". Gemeint ist der Auftritt, wenn die Königin der Nacht mit Tamino spricht, um ihm von der entführten Pamina zu erzählen.
Ist "Die Zauberflöte" eine frauenfeindliche Oper?
Everding wurde gefragt, ob "Die Zauberflöte" eine frauenfeindliche Oper sei. Seine Antwort: "Warum? Weil ganz bestimmte Zitate darin vorkommen? Ein Weib tut wenig, plauert viel / Ein Mann muss eure Herzen leiten / Bewahret Euch vor Weibertücken? Deswegen kann ich doch nicht das ganze Stück desavouiren. Und die drei Damen sind ja wirklich keine Engel. Aber sieht denn die Männerwelt dagegen aus? Was ist denn mit Monostatos, oder auch mit Sarastro, der Pamina in seine Gewalt gebracht hat? Nein, im Gegenteil: Mann und Weib und Weib und Mann, reichen an die Gottheit ran - das ist letzlich die Botschaft und das Geheimnis von der Zauberflöte. Doch bis dahin ist ein langer Weg. Und das ist die Geschichte.
Zur detaillierten Inhaltsangabe: Die Zauberflöte – Handlung & Inhalt.
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