Falstaff: Inhalt der Oper von Verdi Empfehlung

  Donnerstag, 19 April 2018 19:29
Noel Bouley als Falstaff Noel Bouley als Falstaff Foto © Hans Jörg Michel via Deutsche Oper Berlin mit frdl. Genehmigung

Ausführlich wird hier die Handlung der Oper "Falstaff" geschildert... 

Falstaff: Inhalt der Oper von Giuseppe Verdi

Komponist: Guiseppe Verdi

Libretto: Arrigo Boito (auf Grundlage der Shakespeare-Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“)

Uraufführung
9. Februar 1893 im Teatro alla Scala in Mailand

Hauptfiguren

  • Sir John Falstaff, ein verarmter Adeliger (Bariton)
  • Ford, Alices Gatte (Bariton)
  • Fenton, junger Liebhaber von Nannetta (Tenor)
  • Dr. Cajus (Tenor)
  • Bardolfo, Falstaffs Diener (Tenor)
  • Pistola, Falstaffs Diener (Bass)
  • Mrs. Alice Ford (Sopran)
  • Nannetta, Alices Tochter (Sopran)
  • Mrs. Quickly, Freundin von Alice (Mezzosopran/Alt)
  • Mrs. Meg Page, Freundin von Alice (Mezzosopran)

Nebenfiguren (stumme Rollen)
Ein Wirt
Falstaffs Page Robin
Ein weiterer Page der Familie Ford

Chor
Bürger von Windsor

Ort und Zeit
In Windsor zur Zeit Heinrichs des IV. (1399-1413)

Gliederung
3 Akte in durchkomponierter Form

Inhalt des 1. Aktes von Falstaff

Dr. Cajus stürmt in das Wirtshaus „zum Hosenbund“ und wirft dem Abenteurer, Frauenschwärmer und Weintrinker John Falstaff einiges vor: Er soll das Pferd von Cajus fast totgeritten haben. Außerdem beschuldigt er Falstaffs Diener Bardolfo und Pistola des Diebstahls.

Falstaff, bereits in weinseliger Laune, gesteht. Bardolfo und Pistola hingegen streiten alles ab, weswegen Dr. Cajus keine ordentliche Klage aufsetzen kann. Verärgert schwört er den Beteiligten, sich in Zukunft nur noch mit nüchternen und anständigen Leuten zu umgeben.

Kurz darauf bekommt Falstaff vom Wirt die Rechnung vorgelegt, die schier endlos zu sein schein. Falstaff ist pleite und muss dringend an Geld kommen. Der schnellstmögliche und gleichzeitig angenehmste Weg dahin führt seiner Meinung nach über die Damen Meg und Alice. Er schreibt Ihnen zwei identische Briefe voller Schwärmereien und hofft, die beiden mögen seinem Charme erliegen. Sie sollen ihm Zugang zu den schweren Konten ihrer Ehemänner verschaffen.

Mit dieser völlig ehrlosen List wollen Bardolfo und Pistola allerdings nichts zu tun haben. Sie weigern sich, die Briefe von Falstaff an Meg und Alice zu übergeben. Nach einer großen Ansprache über die wahre Bedeutung der Ehre kann Falstaff schließlich seinen Pagen Robin zur Übergabe der Briefe bewegen. Seine Diener hingegen scheucht er mit dem Besen aus dem Gasthaus.


Das zweite Bild zeigt einen Garten in der Nähe des Hauses von Ford. Die Briefe haben Meg und Alice erreicht. Die feinen Damen lesen sich die Briefe vor, sie sind bis auf die Anrede vollkommen identisch. Die Empörung über Falstaff ist groß. Zusammen mit ihrer Freundin Mrs. Quickly schmieden sie einen Racheplan. Er sieht vor, dass Quickly einen Antwortbrief übermittelt, in dem Alice Falstaff für ein Rendezvous einlädt. Wegen seiner distanzlosen Lüsternheit und gleich auch noch wegen seiner Körperfülle soll er mal so richtig vorgeführt werden!

Gleichzeitig allerdings haben die verscheuchten Diener Bardolfo und Pistola ihren Herren an Ford verraten. Natürlich haben Sie Ford auch von der geplanten „Verführung“ erzählt. Ford will nun Falstaff mit dem Versrechen einer größeren Geldmenge in sein Anwesen locken und ihn dort „in flagranti“ mit Alice erwischen. Während beide Fraktionen ihre Rachepläne schmieden, können Fords Tochter Nannetta und ihr Liebhaber Fenton kaum die Finger voneinander lassen und schwören sich in jeder stillen Minute ihre Liebe.


Falstaff: Handlung des 2. Aktes

Mrs. Quickly erscheint bei Falstaff im Gasthaus und überreicht ihm Alices Einladung. Er solle am Nachmittag zwischen 2 und 3 kommen, wenn ihr Mann nicht da sei. Falstaffs Plan scheint aufzugehen – darüber hinaus meldet sich nun Ford bei ihm, der sich allerdings als Herr Fontana ausgibt und als krönender Abschluss noch von Alice zurückgewiesen worden sein soll. Ford in der Rolle von Fontana bittet Falstaff um seine Hilfe als erfolgreicher Frauenheld: Wenn Falstaff es gelingen sollte, Alice zu verführen, würde er selbst vielleicht auch bei ihr punkten können. Für diese kleine Dienstleistung wäre Fontana auch einiges bereit zu zahlen. Falstaff gesteht ihm umgehend voller Stolz, dass er bereits eine Einladung von Alice erhalten habe und geht kurz prahlend davon, um sich für das Treffen in Schale zu werfen. Ford bleibt zurück, legt seine Rolle ab und wird von Eifersucht und Wut gepackt. Erst als Falstaff wieder im neuen Outfit erscheint, kann sich Ford beherrschen – gemeinsam als Falstaff und Fontana verlassen sie das Gasthaus.

Die Damen erfahren, dass Falstaff auf dem Weg ist; nur Nannetta ist nicht in „Feierlaune“, denn ursprünglich wurde sie Dr. Cajus versprochen. Alice geht auf sie ein und verspricht ihr, diese Vermählung zu verhindern.

Falstaff tritt ein und möchte Alice zuerst mit einer kitschigen Ballade bezirzen. Als er nahezu über Alice herfallen will, tritt Mrs. Quickly auf und sagt ihnen aufgeregt, dass die scheinbar eifersüchtige Meg auf dem Weg zu ihnen ist. Falstaff muss sich hinter einem Paravent verstecken.

Aber es kommt noch schlimmer: Mrs. Quickly verkündet auch den Anmarsch der Männer, die nach Falstaff suchen. Das Versteck hinter dem Paravent teil Falstaff sich mit Nannetta und Fenton, die den Ort für einen vermeintlich ruhigen Platz zum Kuscheln gehalten haben. In einer ruhigen Sekunde küssen sich Nannetta und Fenton zu laut, sodass Ford den dicken Falstaff dahinter vermutet. Er instruiert seine Männer zum Sturm auf das Versteck, doch vorher kann sich Falstaff noch in einen stickigen Wäschekorb retten.

Überrascht finden die Männer nur das junge Liebespaar. Während sie aufgebracht weiter nach dem liebestollen Ritter Falstaff suchen, befiehlt Alice ihren Dienern, den Wäschekorb mit Falstaff in die Themse vor dem Haus zu schütten. Sie ruft die Männer zurück und zusammen wird der Korb mit lautem Jubelschrei im Fluss entleert.


Inhalt des 3. Aktes der Oper Falstaff

Falstaff hockt durchnässt, entkräftet und gedemütigt vor dem Gasthaus, klagt die Welt an und bestellt Glühwein. Mrs. Quickly erscheint mit einem zweiten Angebot für ein Treffen mit Alice. Zuerst lehnt Falstaff selbstverständlich ab, doch Mrs. Quicklys Überredungskünste sind so groß, dass Falstaff schließlich einwilligt: Um Mitternacht soll er sich im Windsor-Park einfinden und sich mit einem großen Hirschgeweih als „Schwarzer Jäger“ verkleiden.

Währenddessen nutzte Ford die unübersichtliche Lage aus, um einen Plan zu schmieden, mit dem er Nannetta doch mit Dr. Cajus vermählen kann. Mrs. Quickly konnte Ford belauschen und einen Gegenplan aufsetzen, um Nannetta die Hochzeit mit ihrer wahren Liebe, Fenton, zu ermöglichen

Kurz vor Mitternacht im Park. Fenton besingt seine Liebe zu Nannetta, bis schließlich der verkleidete Falstaff auftritt. Mit etwas Verzögerung folgt ihm auch Alice, die sofort von Falstaff bedrängt wird. Plötzlich erscheint Nannetta mit zahlreichen Bürgern von Windsor: Sie sind verkleidet als Feenkönigin, Kobolde und Hexen. Falstaff bekommt Angst, er will sich verstecken, wird aber von Nannetta und den anderen mit diebischer Freude gezwickt und geneckt. Erst, als Falstaff seinen Diener Bardolfo in der Menge an seiner Schnapsfahne erkennt, nimmt der Spuk sein Ende.

Zum Höhepunkt sollte nun eigentlich Fords Plan der Vermählung von Nannetta mit Dr. Cajus aufgehen, doch die List von Mrs. Quickly war besser durchdacht! Anstelle von Dr. Cajus kann Fords Tochter nun doch ihren geliebten Fenton heiraten. Falstaff und die anderen reflektieren die jüngsten Ereignisse und singen eine stimmungsvolle Schlussfuge über den Spaß auf Erden und die Menschen als geborene Narren!

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Gelesen 194 mal Letzte Änderung am Montag, 21 Mai 2018 22:55

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