Diese Seite drucken

Kultur auf dem Abstellgleis? Intendant Bachler erklärt die Spielzeit der Bayerischen Staatsoper für beendet

geschrieben von  Alexander Hildebrand Freitag, 17 April 2020 10:37
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Endgültig Schluss mit Oper vor der Sommerpause: Die Bayerische Staatsoper macht wegen Corona erst wieder zu Beginn der Spielzeit 2020/21 auf, also im Herbst. Intendant Bachler meint, die Politik hätte die Kultur auf einem Abstellgleis geparkt. 

Ende der Spielzeit 2019–2020 an der Bayerischen Staatsoper

Die Fakten

  • Die Münchner Opernfestspiele 2020 werden nicht stattfinden können.
  • Die verbleibenden geplanten Vorstellungen bis Ende Juni 2020 entfallen

„Die Absage der verbleibenden Saison und der Münchner Opernfestspiele schmerzt das gesamte Haus und mich persönlich natürlich sehr“, sagt Intendant Nikolaus Bachler. „Ein Theater ohne Publikum, ohne Künstlerinnen und Künstler, die Bühne und Orchestergraben beleben, ist nichts weiter als eine tote Hülle. In den letzten Wochen haben wir mehrere Szenarien für die Durchführung der Festspiele durchgespielt, die vor allem die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kunstschaffenden und Publikum sicherstellen sollten. Keine der Optionen hat sich allerdings als praktikabel und zufriedenstellend herausgestellt. Daher prüfen wir nun unter Hochdruck, welche Premieren zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können und welche Aktivitäten im digitalen Umfeld möglich sind.“


Bachler erläutert, dass die Staatsoper momentan die schrittweise Wiederaufnahme des Vorbereitungsbetriebs für den Herbst in Angriff nimmt. Außerdem sollen die live übertragenen Montagskonzerte während der durch Corona erzwungenen Schließzeit weitergeführt werden.

Kunst ist ein systemrelevantes Gut

Nikolaus Bachler: „Ich würde mir für die nahe Zukunft wünschen, dass die Politik und darüber hinaus wir alle bald zu einer Diskussion zurückkehren können, die Kultur - und zwar nicht nur Oper, sondern auch Ausstellungen, Theater, Kino, Konzerte aller Art - nicht auf dem Abstellgleis parkt, sondern als das anerkennt, was sie ist: unverzichtbar. Unser aller Gesundheit ist wichtig, zu ihr gehört aber auch unser soziales wie kulturelles Wohlbefinden. Die Freiheit der Kunst und unsere Geistesbildung sind dafür grundlegend. Die Solidarität, die in aller Öffentlichkeit den Kulturschaffenden derzeit entgegengebracht wird, zeigt, dass Kunst ein systemrelevantes Gut ist.“

Ein Text von Opernfan.de mit Verwendung einer Presseinformation der Bayerischen Staatsoper. 

Letzte Änderung am Mittwoch, 22 April 2020 19:03

Ähnliche Artikel